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40 Jahre Verband Freikirchlicher Diakoniewerke e.V.

40 Jahre Verband Freikirchlicher Diakoniewerke e. V.

Am 1. September 2015 fand eine Jubiläumsfeier aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums vom Verband Freikirchlicher Diakoniewerke e. V. im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung in Berlin statt. In einem Gottesdienst, den der Vorsitzende des Verbandes, Direktor Andreas Cramer, leitete, wirkten Eckhard Rieger, Vorstandsmitglied des Diakoniewerkes Bethanien Solingen, der Präsident der Diakonie Deutschlands und Stellvertretende Vorsitzende des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung, Ulrich Lilie, und Pastor Frank Eibisch von der Evangelisch-methodistischen Kirche mit. In diesem Rahmen gab Emanuel Brandt, langjähriger Vorsitzender des Verbandes Freikirchlicher Diakoniewerke e. V., einen geschichtlichen Rückblick, der hier abgedruckt wird:

Diakonische Einrichtungen, die zum Bund Evangelisch–Freikirchlicher Gemeinden, zum Bund Freier Evangelischer Gemeinden oder zur Evangelisch-methodistischen Kirche gehören, haben sich vor 40 Jahren in Berlin zum Verband Freikirchlicher Diakoniewerke zusammengeschlossen.

Dieser Vereinsgründung geht eine jahrzehntelange Tradition enger Kooperationen und intensiven Austausches voraus. Bereits im Jahr 1907 fanden sich freikirchliche diakonische Arbeiten im Europäischen Raum zusammen und begründeten die "Freikirchliche Diakoniekonferenz".  Hier traf man sich über politische, kulturelle und sprachliche Grenzen hinaus und lernte voneinander, wie Diakonie als Lebensäußerung der Gemeinde Jesu Christi im eigenen Umfeld erkennbar werden konnte. Den Wirren und Folgen des 1. Weltkriegs war das Ende dieser Konferenz geschuldet. Doch 1920 entstand im deutschen Sprachraum der „Verband der evangelisch-freikirchlichen Diakonissenmutterhäuser in Deutschland und der Schweiz". Den Schwerpunkt in diesem Verband bildeten die Anliegen der stark gewachsenen Diakonissen-Mutterhäuser. Hunderte junger Frauen ließen sich in den Stand der Diakonisse berufen. Tausende  Diakonissen wirkten segensreich in eigenen und auch in fremden Einrichtungen.

Die politische Trennung Deutschlands und Europas führte 1975 zur Zweiteilung des Verbandes: Im Europäischen Verband  Freikirchlicher Diakoniewerke wurden von der Schweiz aus Brücken von West nach Ost gebaut, im neugegründeten Deutschen Verband Freikirchlicher Diakoniewerke wurden die sozialpolitischen Belange in der Bundesrepublik Deutschland miteinander erörtert. An der Gründung 1975 in Berlin waren Diakonissen-Mutterhäuser, diakonische Einrichtungen einzelner Gemeinden sowie kleinere Initiativen beteiligt. Gründungsmitglieder und heutige Mitglieder sind alle rechtsfähigen Träger diakonischer Arbeit, die einer der oben genannten Freikirchen zugeordnet sind. Damals wie heute repräsentieren die Mitgliedseinrichtungen die breite Palette diakonischer Arbeiten: Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen, Hospize, Therapie- und Erholungseinrichtungen, Sucht- und Lebensberatung, Kindergärten und Ausbildungsstätten.

Mit der politischen war auch eine organisatorische Trennung erfolgt, nie jedoch eine Unterbrechung der inneren und tatsächlichen Verbundenheit. Somit war die Wiedervereinigung Deutschlands auch keine große Herausforderung für die diakonischen Einrichtungen. Vielmehr wuchs und arbeitete zusammen, was immer zusammen gehört hatte. Wenn heute die Diakonissen eine deutliche Minderheit darstellen und überwiegend im Ruhestand leben, bleibt dennoch deren gelegtes Fundament in Hingabe und Treue bestehen.

Die Prägekraft der Diakonissen hält an und bleibt eine einladende Herausforderung an die heute in der freikirchlichen Diakonie Tätigen.  

Emanuel Brandt

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