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Jahrestagung 2018 in Halle - Diakonische Einrichtungen vor großen Veränderungen

Die aktuellen Herausforderungen standen im Zentrum der Mitgliederversammlung des Verbands freikirchlicher Diakoniewerke, die Mitte März in Halle stattfand.

Diakonische Einrichtungen stehen vor großen Herausforderungen: Neben einer ausreichenden Finanzierung müssen sie sich stärker profilieren, neue, auch kirchlich gebundene Fachkräfte gewinnen und die Digitalisierung vorantreiben. Bei der Jahrestagung des Verbands freikirchlicher Diakoniewerke am 13. und 14. März 2018 in Halle plädierte Dr. Wolfgang Teske, Kaufmännischer Vorstand der Diakonie Mitteldeutschland, zum dafür, auch die theologisch-ethischen Dimensionen der Digitalisierung stärker zu reflektieren.

Dürften beispielsweise, so Teske, demenziell Erkrankten Tracker (kleine Sender) umgehängt werden, damit sie schnell aufgefunden werden könnten, wenn sie außerhalb einer Einrichtung frei bewegten? Oder sollten sich diese Personen allein in abgeschlossenen Räumen aufhalten? Oder laut Datenschutz dürfe es eigentlich keine dienstlichen Whats-App-Gruppen in den Häusern geben. Zugleich müsse gewährleistet sein, dass kleine diakonische Einrichtungen keine „digitalen Verlierer“ würden, warnte der Diakonieexperte. So seien mehr Vernetzungen nötig.

Bei der Personalgewinnung müssten diakonische Einrichtungen neue wie kreative Wege gehen. Der Vorstandsvorsitzender der Diakonie Neuendettelsau, Dr. Mathias Hartmann, erklärte, seine Einrichtung hätte eine „Rekrutiererin“ eingestellt, um gezielt neue Fachkräfte zu gewinnen. Dabei würden auch interne Bewerber gezielter in den Blick genommen. Zugleich würde in Ausbildungsstätten und neue Kommunikationswege investiert, um junge Menschen gezielt anzusprechen. Da die soziale Arbeit nicht zuletzt durch den Staat immer stärker ökonomisiert würde, müssten sich auch große diakonische Einrichtungen stärker zu Unternehmen entwickeln. Hartmann zeigte sich überzeugt, dass dieser Anpassungsprozess gelingen könne, denn die Diakonie habe schon immer erfolgreich auf Herausforderungen der Gesellschaft reagiert.

In der Diakonie sei Krankenpflege „keine Ferienarbeit, sie ist letztlich Arbeit am lebendigen Körper als Tempel des Geistes Gottes“, sagte Frieder Badstübner, bis Ende Februar Geschäftsführer der Christlichen Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe in Halle. Dies habe in der Vergangenheit „immer ein hohes Bemühen um Fachlichkeit“ bedeutet.

Die zweitägige Jahrestagung des Verbands stand unter dem Motto „Nachhaltige Diakonie – Finanzierung und Ausbildung“. Erstmals nahmen als Gäste die beiden Vorstandsmitglieder der Herrnhuter Diakonie, Volker Krolzik und Stepan Wilinski, teil sowie Pfarrer Stephan Süß, Rektor des Naëmi-Wilke-Stifts in Guben, eine diakonische Einrichtung der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Seit 2017 können im Verband freikirchlicher Diakoniewerke als Fachverband in der Diakonie Deutschland alle diakonischen Einrichtungen, die den in der Arbeitsgemeinschaft evangelischer Kirchen für Diakonie und Entwicklung (Aek) vertretenen Kirchen angehören, Mitglied im Verband werden.

Vor der Mitgliederversammlung erinnerte der Vorstandsvorsitzende Andreas Cramer (Nürnberg) die Teilnehmenden aus 23 Mitgliedseinrichtungen daran, wie wichtig eine wertschätzende Kommunikation gegenüber Mitarbeitern sei. „Denn nur die Unternehmen haben Zukunft, die ihren Mitarbeitenden lernen zusammenzuarbeiten.“ Eine „gute Arbeitsatmosphäre und eine gelingende Zusammenarbeit im Alltag der diakonischen Arbeit“ können „auch heilende Wirkung auf uns als Mitarbeitende haben“, so Cramer in seinem Jahresbericht.

Als neues Mitglied wurde der neu gegründete Verein „Lebenswert – Bildungs- und Sozialwerk der Friedenskirche e. V.“ Ulm/Neu-Ulm einstimmig aufgenommen. Da zugleich zwei Einrichtungen eines Trägers künftig als eine geführt werden, bleibt es bei 43 Mitgliedern.

Holger Gohla

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