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Pressemitteilung von der Mitgliederversammlung am 1. und 2. März 2011 in Stuttgart

Freikirchliche Diakonie muss sich Wettbewerb stellen und ihre Stimme mehr erheben

Stuttgart (goh) – Auf mehr Wettbewerb, veränderte Finanzierungsmodelle oder neue Kooperationen müssen sich die sozialen Einrichtungen innerhalb des „Verbands Freikirchlicher Diakoniewerke e. V.“ im nächsten Jahrzehnt verstärkt einstellen. Das machte Pfarrer Heinz Gerstlauer, Vorstandsvorsitzender der „Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e. V.“ (eva), in seinem Referat „Diakonie 21“ auf dessen zweitägiger Mitgliederversammlung am 1. und 2. März in Stuttgart vor knapp 45 Teilnehmern deutlich. Dabei sprach sind der württembergische Pfarrer zwar gegen einen ruinösen Verdrängungswettbewerb aus, aber auch gegen „mancherorts noch bestehende Monostrukturen“.

Die bevorstehenden Veränderungen verlangten, so Gerstlauer, bei den einzelnen Trägern auch stärkere Kundenorientierung, gezieltere Kommunikationspolitik sowie ein verbessertes Marketing oder mehr Transparenz. Ebenso würden soziale Netzwerke etwa bei ehrenamtlichen Leistungen an Bedeutung gewinnen. Eine weitere Herausforderung sieht der eva- Vorstandsvorsitzende in der Begründung einer konfessionellen Diakonie in einer zunehmend säkularer werdenden Gesellschaft.

Dr. Udo Heissler, ehemaliger Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Stuttgart und ehemaliges Vorstandsmitglied des Diakonischen Werkes Württemberg, forderte die freikirchliche Diakonie auf, auch juristisch stärker ihre Stimme zu erheben. Dies sei insbesondere bei grundlegenden Themen wie Arbeitsrecht oder Kündigungsschutz erforderlich. Aktuelle gerichtliche Entscheidungen etwa zum Streikrecht zeigten, dass das durch das Grundgesetz gedeckte Selbstbestimmungsrecht der Kirchen juristisch nicht mehr uneingeschränkt anerkannt würde.

In seinem Jahresbericht während der Mitgliederversammlung betonte Verbandsvorsitzender Direktor Andreas Cramer (Nürnberg), der Verband Freikirchlicher Diakoniewerke e. V. sei „ein wichtiges, wesentliches, anerkanntes und selbstständiges Bindeglied zum Diakonischen Werk der EKD und zukünftig für das neue Zentrum für Entwicklung und Diakonie“. Allerdings könne die diakoniepolitische Arbeit „nur im Zusammenwirken der Diakonie“ gestaltet werden.

Dem Verband gehören 43 Mitglieder an, die aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG), der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland (EmK) oder dem Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland (FeG) kommen. Sie unterhalten insgesamt acht Mutterhäuser und 141 Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser (39), Seniorenzentren (46) oder Behinderteneinrichtungen (5). Insgesamt sind dort knapp 21.000 Beschäftigte tätig, die einen betrieblichen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro erwirtschaften.

Holger Gohla 3.3.2011

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